AfB Oberpfalz besucht Staatliche Regelschule Stadtilm, Thüringen

Veröffentlicht am 14.06.2012 in Presse

von links: Norbert Freundorfer, Ursula Fuchs, Brigitte Bachmann, Jens Günschmann

Die Staatliche Regelschule Stadtilm gehört wie die St. Felix Schule in Neustadt/WN zu den „starken Schulen“, die von der Hertie-Stiftung ausgezeichnet wurden. Der Vorstand der AfB Oberpfalz besuchte die Schule am 8. Juni, um zu erfahren, wie die Umwandlung einer Regelschule in eine Gemeinschaftsschule mit Inklusion bewerkstelligt werden kann.

An dieser Schule ging die Initiative von Lehrkräften aus, die ein anderes pädagogisches Konzept kennengelernt hatten und es auch an ihrer Schule umsetzen wollten: Längeres gemeinsames Lernen mit individuellem Lernangebot bis Klasse 8, anschließend abschlussbezogene Vorbereitung auf die Prüfungen der allgemeinbildenden Schulabschlüsse bis zum Abitur.
Seit dem Schuljahr 2011/2012 ist die Thüringer Gemeinschaftsschule gleichberechtigte Schulart neben Grundschule, Regelschule und Gymnasium. Es gibt davon 10 staatliche und 4 private Gemeinschaftsschulen. Die Regelschule Stadtilm hofft auf die Anerkennung als Gemeinschaftsschule im kommenden Schuljahr.
Der Schulleiter Jens Günschmann: „Seit dem Schuljahr 2009/2010 gibt es die sog. gebundene Form der Ganztagsschule in Klassenstufe 5. Das bedeutet, dass die Schüler verbindlich an drei Tagen in der Woche am Nachmittag in der Schule sind. Dabei wird unter anderem im offenen Unterricht nach Wochen- und Monatsplänen gearbeitet. Die Ganztagsangebote eröffnen zahlreiche Möglichkeiten der individuellen Förderung, gerade im ländlichen Bereich. Schon jetzt hat die Schule als Ganztagsschule 30 Arbeitsgemeinschaften, wie z.B. Fußball, Schach, Chor, Schülerband.
Mit der Einführung der Gemeinschaftsschule bekommen mehr Schüler die Chance, höhere Bildungsabschlüsse zu erreichen. Vor allem Regelschulen können sich hinsichtlich Schulstruktur und Schulkultur weiter entwickeln. Die Schule sollte bei der Auswahl geeigneter Lehrer für die Gemeinschaftsschule mitsprechen dürfen. Nur wenn das Konzept von allen mitgetragen wird, kann es auch erfolgreich sein.“
Schon der offene Ganztagsbetrieb, in der Mitte der 90er Jahre begonnen, bringt 30% der Kinder in der 10. Klasse zur gymnasialen Reife. Gerade der offene Unterricht (an dieser Schule jeden Morgen von 7.30 bis 9.00 Uhr) ermöglicht Sonderförderung verschiedenster Art, wie eine Förderlehrerin betonte. Voraussetzung dafür ist aber das Vorhandensein des notwendigen Personals.
Da die Lehrpläne sich an den gymnasialen Anforderungen orientieren, ist es möglich, dass Schüler nach der 5. bis 8. Klasse auf ein Gymnasium wechseln können, wenn sie die dafür nötigen Voraussetzungen erfüllen. Der umgekehrte Weg ist genauso möglich.
Wichtig ist auch, dass das Einüben des selbstständigen Lernens so früh wie möglich beginnt, wenn möglich schon in der Grundschule, die ja per se eine Gemeinschaftsschule ist. Eine gute Zusammenarbeit ist daher notwendig, damit es nach der Klassenstufe 4 keinen Bruch gibt.

Fazit: Wenn das von Kanzlerin Merkel geprägte Ziel einer Bildungsrepublik Deutschland kein hohles Schlagwort sein soll, dann muss es allen Lehrkräften in dieser Republik zuallererst um die bestmögliche Bildung für a l l e Kinder gehen und das auch in Bayern. Die Kampagnen gegen die Einführung einer Gemeinschaftsschule in Bayern von Seiten der Lehrerverbände an Gymnasien und Realschulen zeigen eigentlich nur, wie groß die Angst vor dieser Schulform sein muss. Fürchtet man, liebgewordene Privilegien zu verlieren? Stellt man das eigene Wohlergehen über das Wohl der Kinder, die einem anvertraut sind? Warum ist eine vorurteilsfreie Diskussion nicht möglich?

Ursula Fuchs
Vorsitzende AfB Oberpfalz

 

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