AfB Oberpfalz besucht St. Felix Schule in Neustadt/WN

Veröffentlicht am 02.06.2012 in Presse

Gangfenster St. Felix Schule

Die Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen SPD Oberpfalz traf sich am 25. Mai in Neustadt/WN. Man besuchte dort die St. Felix Schule, ein sonderpädagogisches Förderzentrum.
Die Frage, wie Inklusion im Bayerischen Schulsystem erfolgreich bewerkstelligt werden kann, wirft automatisch die Frage auf, welche Zukunft die sog. „Sonderschulen“ haben.

Die St. Felix Schule belegte hinter der Volksschule Odelzhausen den zweiten Platz beim Wettbewerb "Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen". Ausgezeichnet werden vor allem Schulen, die nachhaltige Schul- und Unterrichtsentwicklung betreiben, die sich in Netzwerke - auch mit außerschulischen Partnern - einbinden und denen es gelingt, auch unterschiedliche Schülergruppen gezielt zu fördern. Bundesweit beteiligten sich 2009 fast 600 Schulen, darunter 77 Bildungsstätten aus Bayern. In der Jury saßen Vertreter aus Schule, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit diesem 2. Platz wurde der Schule ihre hervorragende Arbeit bestätigt.
Beim Gang durch das Gebäude fiel der Wandschmuck in den Gängen und den Klassenräumen besonders ins Auge, der Schülerarbeiten aus den vergangenen Jahren zeigt. Eine fröhlich bunte Athmosphäre breitet sich dadurch überall aus.
Die Schule fördert in den Diagnose- und Förderklassen besonders Kinder, die in den Bereichen Sprache, Konzentration, Ausdauer, Merkfähigkeit, Motorik, Wahrnehmung und Sozialverhalten Entwicklungsverzögerungen haben, die einen erfolgreichen Schulbeginn in der Grundschule in Frage stellen. Es wird nach dem Lehrplan der Grundschule unterrichtet. Eine Rückführung an die Grundschule ist jederzeit möglich. Der Lehrplan der 1. Klasse Grundschule wird auf zwei Jahre verteilt: Die Kinder haben für die 1. Jahrgangsstufe zwei Jahre Zeit, in der sie besonders gefördert werden.
Die Persönlichkeit des Kindes wird durch Erfolgserlebnisse gestärkt.
Die Diagnose- und Werkstattklassen haben das Ziel, die Kinder schrittweise gezielt in die Berufs- und Arbeitswelt zu führen um ein selbstständiges Leben in der Gesellschaft führen zu können. Dies wird in 3 Phasen erarbeitet:
Vorbereitungsphase (7. Jahrgang)
Orientierungsphase (8. Jahrgang)
Individualisierungsphase (9. Jahrgang)
Der Unterricht orientiert sich an 11 Berufsfeldern.
Förderschulen kosten natürlich mehr Geld, vor allem wegen des hohen Personalbedarfs. Das große Engagement der dort arbeitenden Pädagogen ermöglicht es den meisten Kindern, das in der Schule gesteckte Ziel zu erreichen.
Die Sparpolitik der Regierung bringt den Schülern überhaupt nichts. Sie behindert Schulen darin, sich nach den jeweiligen Bedürfnissen der entsprechend zu entwickeln “, so Norbert Freundorfer, stellvertretender AfB Bezirksvorsitzender. Außerdem sind 56 Lehrerstellen bei Förderschulen gestrichen worden. Man braucht diese Fachleute dringend an den sog. Inklusionsschulen. Die Inklusion behinderter Kinder in Regelschulen kann aber finanziell kein Nullsummenspiel sein, wenn sie gelingen soll.
Individualisierung des Unterrichts heißt das Zauberwort, das erfolgreiche Schulabschlüsse möglich macht. In Förderschulen wird schon lange so gearbeitet, aber ohne das jeweils entsprechende Personal kann Inklusion nicht gelingen.

Ursula Fuchs

 

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