Martin Güll, MdL beim Bildungsdialog in Kümmersbruck

Veröffentlicht am 20.10.2011 in Presse

Zwei Zeitungsberichte zur gleichen Veranstaltung:
Amberger Zeitung vom 15.10.11

„Schulsystem hat sich überholt“
Martin Güll (SPD): Zukunftsmodell Gemeinschaftsschule – Weniger Druck, mehr Chancen

Kümmersbruck. (e) Er sagt von sich, „Bildungspolitik ist meine Leidenschaft“: Landtagsabgeordneter Martin Güll war Gast bei einem „Bildungsdialog“ der Arbeitsgemeinschaft für Bildungsfragen (AfB) Oberpfalz und dem AfB-Kreis Amberg Sulzbach zu dem Thema Gemeinschaftsschule.

Güll, ein Ex-Hauptschulleiter, ist bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im bayerischen Landtag und seit Oktober 2008 Abgeordneter für den Stimmkreis Dachau. Eingeladen zum Dialog mit ihm waren alle, „die über eine vernünftige Weiterentwicklung der Schulen in Bayern diskutieren möchten“. Dazu gehörten reichlich örtliche Mandatsträger, angeführt von Bürgermeister Richard Gaßner und stellvertretendem Bürgermeister Josef Flierl, allerdings nur wenige Eltern, Schüler und Lehrer.
Schulstress für Kinder, große Klassen, am Burnout-Syndrom leidende Lehrer, Universitäten, die über unqualifizierte Studienanfänger klagen, Ausbildungsbetriebe, die unzufrieden sind mit unmotivierten Azubis, überbordende Kosten für die Kommunen – die SPD gehe diese Probleme offensiv an, betonte Güll. Die Gemeinschaftsschule ist nach Meinung der SPD-Fraktion die Lösung. Güll ist überzeugt davon, dass „die Selektion in der vierten Klasse un seren Kindern gegenüber nicht gerecht und durch nichts gerechtfertigt ist: Unser dreigliedriges Schulsystem hat sich überholt.“ Mit der Gemeinschaftsschule wäre Schluss mit der Jagd nach Zehntelnoten für den Übertritt, betonte der Referent. Und es wäre auch Schluss damit, dass die Bildung der Kinder vom Geldbeutel der Eltern abhängt.
Die SPD sieht im Konzept Ganztagesschule als Gemeinschaftsschule die „bedarfsgerechten Antworten auf Fehlentwicklungen im bayerischen Schulsystem“. „Weniger Druck, mehr Chancen“ laute das Credo. Gemeinschaftsschulen könnten schon ab 200 Kindern gebildet werden. Ändern würde sich dabei auch die Pädagogik und die Rolle des Lehrers- nach dem Motto „Schule neu denken“. Hauptschulabschluss und Quali seien bereits nach 9 Schuljahren möglich.
Schließlich sieht Güll die Gemeinschaftsschule auch als Zukunftschance für die Kommunen: „Die Kommunen wollen und brauchen das bestmögliche Bildungsangebot vor Ort. Weiterführende Schulen sind da ein wichtiger Standortvorteil.“

Im Blickpunkt
Ziel der SPD-Überlegungen ist es nach den Worten von Martin Güll, die Gemeinschaftsschule in Bayern als Regelschule anzubieten. Dabei sollen die traditionellen Schularten bestehen bleiben.
Die Grundschule werde in das pädagogische Gesamtkonzept eingebunden, bleibe aber organisatorisch selbstständig. Die Gemeinschaftsschule würde auf Antrag der Kommune und der Schulfamilie eingerichtet.
Ohne Übertrittszeugnis und unabhängig von den einzelnen Noten könnten die Kinder von der Grundschule in die Gemeinschaftsschule wechseln. Letztere umfasse die Jahrgangsstufen fünf bis zehn (Sekundarstufe 1). (e)

 

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